Auf ein Wort: Mia san Bayern, mia san vorbestraft?

Ulli Hoeneß ist aus der Haft vorzeitig entlassen. Schon 2014 kündigte er an, dass er, wenn er wieder draußen ist, erneut Präsident vom FC Bayern München werden will. Nun kandidiert er.

Das Netz fängt an, darüber zu diskutieren. Die einen meinen, dass jeder, der seine Strafe abesessen habe, resozialisiert sei. Andere meinen, dass er als Vorbild nix mehr tauge, denn der Verein wirkt mit seinen Männern auch auf Kinder.

Wie sieht es aus mit der Resozialisierung in Deutschland aus? Vorbestraft ist man ab 91 Tagessätzen. Diese stehen im Führungszeugnis. Haftstrafen sind sowieso im diesem „Zeugnis“  vermerkt. Dieses Signum im Führungszeugnis trägt man mindestens drei Jahre mit sich rum (siehe Bundeszentralregistergesetz BZR).

Verräterisch bleibt dieses Papier auch über die Zeit des Führungszeugnis hinaus. Das Bundeszentralregister vergisst erst nach weitaus längerer Zeit. Von den anderen vernetzten Datenbanken will ich gar nicht reden (INPOL, etc.).

 

Was ist nun, wenn ich resozialisiert bin?

 

Der Resozialisierte ist weiterhin stigmatisiert. Der Arbeitgeber hat ein Recht auf Vorlage des Führungszeugnisses. Er will wissen, mit wem er es zu tun hat. Und da kommen die 91 Tagessätze. Diese stehen im Führungszeugnis und, wenn ich ehrlich bin, würde ich niemanden vorbestraftes bei mir einstellen.

Noch gibt es hierzu keine Quote, aber die Grünen werden schon dafür sorgen, dass auch diese Diskriminierung ein Ende hat. Darin sind sie groß. Sollte das Register abgeschafft werden, damit jeder, der in Haft saß, wirklich wieder von Neuem anfangen kann?

Dafür könnte sprechen, dass das eine wahre Resozialisierung wäre. Das gilt aber nur für den, der wirklich aus seinem Fehler gelernt hat. Was ist aber mit dem, der diesen Fehler noch einmal begehen wird?

Da wären wir zwar nicht bei Ulli Hoeneß, aber bei dem veruntreuenden Geschäftsführer. Darf dieser wieder als Geschäftsführer arbeiten dürfen? Nach dem Gesetz kann sogar ein Berufsverbot ( § 70 StGB) verhangen werden. Wäre das nicht ein gangbarer Weg und das Führungszeugnis könnte abgeschafft werden?

Was ist eigentlich mit dem systemablehnenden Menschen, der beim Verfassungsschutz arbeiten will? Ich will hier nicht zynisch werden, obwohl es zum Verfassungsschutz passen würde, doch heute wird auch das Gleichstellungsgesetz 10 Jahre alt.

Wie sieht es nun mit Ulli Hoeneß aus? Resozialisiert? Ich glaube schon. Es wäre vernünftig und würde die Resozialisierung nicht ad absurdum führen.

Thomas Penneke

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