Neue Studie über die Rückfallquote bei Straftätern – Sinnvoll?

Nach Zeitungsberichten gibt es eine neue Studie zum Thema Rückfälligkeit von Straftätern. Viele Verurteilte sollen angeblich nach dem Gefängnis wieder straffällig werden. Bei den Räubern und Erpressern soll die Anzahl sogar bei 72 Prozent liegen. Gibt es dafür eine Erklärung?

Knapp die Hälfte der verurteilten Straftäter wird einer Studie zufolge rückfällig: Die Quote liegt bei 48 Prozent, wie es laut „Welt am Sonntag“ heißt. Die Studie wurde vom Bundesjustizministerium erstellt. Der Auswertungszeitraum begann 2004 und endete 2013.

Für die Rückfälligkeit ist das Delikt verantwortlich?

 

Von den Straftätern, die wegen Raubes oder Erpressung verurteilt wurden, wurden 72 Prozent wiederum straffällig. Von den wegen Mordes oder Totschlags Verurteilten hingegen kamen 34 Prozent wieder vor Gericht.

Wenn man hier das Delikt bedenkt, ist der Prozentsatz auch erschreckend? Oder gibt es hier Besonderheiten?

Nicht alle werden wegen ähnlicher Verbrechen rückfällig

 

Der Großteil der aufgrund eines Tötungsdelikts Verurteilten etwa wurde wegen anderer Vergehen belangt. Zehn Prozent von ihnen wegen Körperverletzung, nur 0,4 Prozent erneut wegen eines Tötungsdelikts. Auch die meisten Räuber und Erpresser begingen nicht wieder das gleiche Verbrechen, aber viele von ihnen erneut ein Gewaltdelikt: Jeder fünfte machte sich der Körperverletzung schuldig.

Fazit

„Männer haben höhere Rückfallraten als Frauen, jüngere höhere als ältere Personen, Verurteilte mit Vorstrafen höhere als Nichtvorbestrafte. Die Rückfallraten für Strafentlassene sind höher als bei zu ambulanten Sanktionen Verurteilten.“

Es lässt sich nach der Studie aber nur die Häufigkeit benennen. Kausalzusammenhänge können nicht hergestellt werden.

Schade! Das wäre doch mal interessant gewesen. Ich glaube aber nicht, dass man da eine gewisse und vor allem verlässliche Quote entwickeln kann.

Solche Studien halte ich für sinnlos. Sie sagt nicht über das einzelne Individuum aus. Die Statistiken werden von Gutachtern in ihre Punktesysteme eingebaut und verwertet.

In 20 Jahren sieht die obige dargestellte Studie auch wieder anders aus. Glaubt es mir! Dann sehen auch die Gutachten wieder anders aus.

Thomas Penneke

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